Zehnjährige Bilanz zur Nutzwassergewinnung mit dem

Launhardt-Reaktor

 

Auf der Fachtagung „Umwelt und Technik“ in der Stadthalle Magdeburg am 3. März 1994 forderte ich, Manfred Launhardt, erstmals öffentlich in einem Diskussionsbeitrag die anwesenden Wissenschaftler auf, sich endlich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass es in ländlichem Raum ökologisch sinnvoller, und ökonomisch wertvoller sei, Nutzwasser zu gewinnen, als Abwasser zu entsorgen.

Die launhardtschen Wortschöpfungen Nutzwasser, Nutzwassergewinnung und Nutzwassergewinnungsanlagen gehören zwischenzeitlich deutschlandweit zum allgemeinen Sprachgebrauch auf dem Gebiet der Abwasserbehandlung. Im Duden leider noch nicht auffindbar. Nur Brauchwasser war bis dahin ein gängiges Wort.

Die älteste Anlage geht in das 12. Jahr und ist voll funktionstüchtig. Unter Einbeziehung der Kosten für Pumpenreparatur, Schlammminimierung in der 3 Kammergrube, Schlammreduzierung im Launhardt-Reaktor und Energieverbrauch liegt der Preis für 1 m³ Nutzwasser bei 0,67 € Cent. Der Gewinn durch das Einleiten in Zierfisch- und Wasserpflanzenteiche liegt bei 22,00 € je m³ Nutzwasser.

Im Jahr 1999 beginnt ein nennenswerter Verkauf der Launhardt-Reaktoren. Bis Ende 2004 konnten knapp 200 Komplettsätze in 4 Bundesländern in Betrieb genommen werden. In Eigenbau wurden 86 Anlagen errichtet. 110 Anlagen wurden durch Vertragspartner realisiert.

Die meisten Anlagen stehen in den Landkreisen Anhalt-Zerbst, Halberstadt und Salzwedel.

Durch nicht beauftragte Firmen gebaute Anlagen (Patentverletzung) sind mir 7 Stück bekannt geworden. Ich gehe von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Gerichtliche Schritte sind eingeleitet.


Mängelanzeigen:
Es liegen keine Mängelanzeigen vor.


Kurzfristig behobene Mängel:

  1. Einsatz einer nicht empfohlenen Kiessorte für das Filterbett. Der zu hohe Feinkornanteil führte bei 4 Umläufen zum Wasserstau im Filterkörper. Mit der Reduzierung auf 2  Umläufe je Tag konnte der Mangel behoben werden.

  2. Pumpenausfälle in der 3. Kammergrube und im Pumpenschacht. Mit dem Einsatz der Wasserstandsanzeigen konnten diese Ausfälle schon nach 24 Stunden erkannt und schnellstens behoben werden.

  3. Eigenmächtige, nicht genehmigte Veränderungen der Beschickungs- und Umpumpzyklen durch den Betreiber. Durch Öffnen der Pumpenschächte bei Kontrollgängen (Wasserstand im Pumpenschacht war zu hoch, trübes und nicht geruchfreies Wasser, starke Schlammablagerung am Boden) waren diese Fehlleistungen des Betreibers sofort erkennbar. Die durchgeführten Korrekturen führten nach 3 bis 7 Tagen zum Erfolg.

  4. Ich bin sicher, dass mir nicht, wie in den Wartungshinweisen gefordert, alle Ausfälle sofort gemeldet wurden. Ich gehe auch hier von einer größeren Dunkelziffer aus und schlussfolgere, dass diese Mängel selbst und ohne Rücksprache behoben werden konnten.

  5. Wer 1-mal wöchentlich, noch besser jeden 3. Tag, den Pumpenschacht kontrolliert, ob der Wasserstand vor dem Abpumpen die normale Höhe hat und das Wasser klar und geruchfrei ist, geht auf ganz sicher!